Echte Männer gehen in Karenz - zur Startseite

Weil Zeit etwas Besonderes ist: Gönnen Sie sich mehr davon.

Der Film zur Kampagne
Zum Kampagnenvideo Eine Initiative von Frauenministerin
Gabriele Heinisch Hosek
Impressum

Ich bin ein Karenz-Vater

Immer mehr Väter möchten die wertvollsten Momente im Leben ihrer Kinder nicht verpassen oder nur aus Erzählungen kennen. Sie wollen dabei sein, sie wollen Zeit mit ihren Kindern verbringen – sie gehen in Karenz. Einige von ihnen berichten hier, wie sie die Zeit erlebt haben, was das Besondere daran ist, wie sich ihr Leben verändert hat, aber auch, auf welche Hindernisse sie gestoßen sind. Manche sind in freudiger Erwartung und planen gerade ihre Karenz.

Wenn Sie auch ein Karenz-Vater sind, der seine Geschichte erzählen und uns ein privates Foto zur Verfügung stellen möchte, dann schreiben Sie uns an frauenservice@bmbf.gv.at oder unterstützen Sie uns auf Link öffnet in neuem FensterFacebook.

Martin Lion
Leiter Organisationsentwicklung Trenkwalder
Kinder entwickeln sich rasant schnell. Gerade die ersten Monate sind besonders spannend, eine Zeit, die ich auf keinen Fall versäumen wollte! Ich kann die Papa Karenz jedem nur wärmstens empfehlen. Egal wie lange, die gemeinsam verbrachte Zeit ist - größtenteils :-) - wunderschön und wenn ich die Beziehung zu meiner Tochter vor und jetzt während der Karenz vergleiche, hat sie stark an Tiefe gewonnen. Mama und Papa sind für sie mittlerweile gleichwertige Bezugs- und Vertrauenspersonen, für mich persönlich ein schönes Zeichen, daß wir unser Leben als "Eltern" und die damit verbundenen Aufgaben und Verantwortungen gemeinsam wahrnehmen. Ich habe auch das Glück einen sehr verständnisvollen Arbeitgeber zu haben, der mich bei meinem Vorhaben ohne Bedenken sofort unterstützt hat. Da ich geringfügig weiter beschäftigt bin, verliere ich auch nicht den Kontakt zu unserem Unternehmen und meinen KollegInnen. Es freut mich bei so einem Unternehmen beschäftigt zu sein, allgemein leider noch keine Selbstverständlichkeit.
Christopher Sacken
Angestellter
Ein bisschen Bange war mir schon vor meiner Väterkarenz aber mit jedem Tag fühle ich mich sicherer und selbstständiger im Umgang und in der Erziehung meiner Tochter. Es kommt mir auch so vor als ginge sie ein wenig auf mich zu und wir bilden ein "Team". In gewisser Weise ist die Entscheidung in Väterkarenz zu gehen auch heute ein Pioniergang der Unsicherheit und Spannung mit sich bringt. Beruflich war die Karenz für meinen Chef, meine Kollegen sowie das ganze Unternehmen kein Problem und ich wurde gefördert und unterstützt. Dieses Verständnis seitens des Arbeitgebers wünsche ich allen zukünftigen Karenzvätern.
Thomas Steinschneider
Softwareentwickler
Bereits bei meinem ersten Sohn David war ich in Karenz. Diese 4 Monate haben unsere Vater-Sohn Beziehung extrem gestärkt und uns richtig zusammengeschweisst. Nun freue ich mich schon auf die 4 Monate Karenz, die ich ab nächsten März gemeinsam mit meinem jüngeren Sohn Jakob geniessen darf. Denn wer behauptet, Windel wechseln, gemeinsam zum Eltern-Kind-Turnen oder in die Kinder-Krabbelgruppe zu gehen sei nichts für Männer, der hat leider keine Ahnung davon.
Andreas Kastner
Angestellter
Manchmal haben sie mich so fertig gemacht, dass ich nur noch schlafen wollte und es gab Momente, da habe ich mich zurück ins Büro gewünscht. Aber selten hat mich jemand so oft zum Lachen gebracht und manchmal auch zu Tränen gerührt. Fast jeden Tag durfte ich erleben, wie sie Schritt für Schritt ihre Umwelt erobert haben und ich werde nie bereuen, die Möglichkeit genutzt zu haben, so viel Zeit mit meinen Zwillingen verbracht und sie ein kleines Stück ins Leben begleiten zu haben.
Florian Klenk
Chefredakteur Falter
Die wertvollste Zeit meines Lebens war die Papa-Karenz. Meine Zwillinge haben nun ein völlig anderes Verhältnis zu mir. Und ich zu ihnen. Wer darauf freiwillig verzichtet, ist selbst schuld. Die Zeit, die man fernab des Büros verbringt, schadet auch der Karriere nicht. Im Gegenteil: man lernt Effizienz, Pünktlichkeit und Selbstdisziplin. Sonst streiken die Babies. In guten Firmen beschleunigt Karenz die Karriere. Gute Chefs wissen das. Gute Chefs waren ja selbst in Karenz. Papa-Karenz macht außerdem Spaß. Mehr Spaß als der Büroalltag. Soviel gelacht, wie in der Karenz habe ich nie.
Bernd Heinz
Angestellter
Bin heuer am 4.Mai Papa geworden, war dann im Papamonat und gehe jetzt im Februar und März in Karenz! Ich würde das Statement meiner kleinen Sarah sagen lassen da es sie ja am meisten betrifft:
ICH HABE MEINEN PAPA UND MEINE MAMA GLEICH LIEB! DESHALB BESTEHE ICH AUCH DARAUF MIT BEIDEN GLEICH VIEL ZEIT VERBRINGEN ZU DÜRFEN! MEIN PAPA IST EIN KARENZPAPA UND BLEIBT BEI MIR!
Answer Lang
Kommunikationsleiter
Für meine Lebensgefährtin und mich ist klar, dass wir bei allem, was unsere Kinder betrifft, die Verantwortung teilen. Deswegen waren wir beide bei beiden Kindern jeweils acht bzw. sieben Monate in Karenz. Für mich weiß ich ganz gewiss: Diese "Investition" hat die Beziehung zu meinen Kindern und mein Verhältnis zu ihnen für die kommenden Jahre und Jahrzehnte aufgewertet und gestärkt. Das kann man nicht so nebenbei haben, da gehört die volle Aufmerksamkeit dazu. Auch unser gesamtes Familienleben wurde dadurch intensiver, harmonischer und - ja! - auch lustiger.
Roland Lammel
Techn. Angesteller, Selbstständiger in der IT
Für unseren zweiten Sohn Theo habe ich die Chance genutzt, uns zumindest 2 Monate lang über die normale Abend bzw. Wochenendvaterschaft hinaus kennenzulernen. Wir haben in der Zeit zumeist spielerisch die Welt um uns und den Alltag erkundet. Bei so manchem klärenden Gesprächen über die Sinnhaftigkeit seiner Handlungen, konnte er sich zumeist geschickt mit einem Lächeln aus der Affaire ziehen. Auch wenn der Alltag so manch unangenehme Herausforderung bietet, hat kann ich das gemeinsame Abenteuer "Vaterkarenz" nur empfehlen.
Christoph Hatschek
Bundesbediensteter
Auch wenn "Papamonat" und zwei Monate Väterkarenz eine vergleichsweise nur sehr kurze Zeit darstellen, so war grundsätzlich allein die Möglichkeit, die ersten Lebensmonate gemeinsam mit unserem Sprössling verbringen zu können, eine sicherlich unwiederbringliche Erfahrung, für die ich aufrichtig dankbar bin. Es bedarf m.E. aber nach wie vor einiger Überzeugungsarbeit und vieler "guter Beispiele", um aus einem vermeintlichen "Privileg" letztendlich eine Selbstverständlichkeit zu machen. Allein die "gesetzliche Möglichkeit" reicht nach wie vor bei weitem nicht aus, um das - zumindest mir praktisch von Anfang an entgegengebrachte - Verständnis von Vorgesetzten, MitarbeiterInnen und Freunden tatsächlich voraussetzen zu können.
Michael Huber-Strasser
Leiter Integrationszentrum Wien
Zwei sehr gute Gründe ... für eine Karenz heißen Niels und Frieda.
Joseph Mussil
Projektmanager ACTS Group
Für mich war von Anfang an klar, dass ich in Karenz gehen werde. Ich genieße die Zeit mit meinem Sohn, es ist eine Zeit, die mir nie wieder jemand nehmen kann. Ich war auch froh, dass mein Arbeitgeber mich bei meinem Vorhaben voll unterstützt hat.
Philipp Stöhr
Angestellter
Die Gelegenheit zu haben, meinen Sohn bei seinen ersten Schritten im Leben begleiten zu können, war spannend und aufregend. Man reift als Mensch und versteht was es wirklich bedeutet "Elternteil" zu sein. Diese Erfahrung kann man nur selbst erfahren. Man kann sie nicht einfach weiter geben. Jeder Vater sollte die Möglichkeit ergreifen, seine Kinder zu betreuen und zu versorgen.
Christoph Teufl
Psychologe und Psychotherapeut
Ich höre sehr oft Sätze wie: "Bei mir in der Firma geht das nicht." oder: "Ich wusste gar nicht, dass man als Vater auch einen Anspruch auf Karenz hat." Hier braucht es meiner Meinung nach noch viel Aufklärung. Ich würde mir wünschen, dass viel mehr Väter die Möglichkeit der Elternkarenz nutzen damit eine Elternkarenz künftig weder für Mutter noch für den Vater einen Karriereknick bedeutet und dass man als Vater in Karenz nicht mehr die seltene und für viele auch seltsame Ausnahme ist. Die Entscheidung ein Kind zu bekommen ist eine Entscheidung von beiden Elternteilen. Das sollte auch bei der Kinderbetreuung so sein. Meine Partnerin war das erste Lebensjahr unseres Sohnes in Karenz und ich das zweite. Ich genieße die gemeinsame Zeit mit unserem Kind sehr und freue mich über die vielen unbezahlbar schönen Momente mit ihm. Dabei zu sein wenn er seine ersten Schritte macht und Sprechen lernt ist mit Nichts aufzuwiegen und geht nun mal nicht am Wochenende oder am Abend vor dem Schlafengehen. Die Beziehung zum eigenen Kind wird definitiv eine andere. Ich kann es nur jedem Vater empfehlen.
Norbert Templ
Angestellter
Ich bin mit 50 erstmals Vater geworden und seit August 2012 in Vaterkarenz. Die Einführung des einkommensabhängigen Karenzgeldes ist aus meiner Sicht eine wichtige sozialpolitische Errungenschaft, für die ich den verantwortlichen PolitikerInnen danke! Diese intensive Zeit mit Paula möchte ich nicht missen und ich würde mir wünschen, dass alle Väter die Chance wahrnehmen, auf diese Weise eine innige Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen. Ich würde sogar so weit gehen, eine viermonatige Vaerkarenz für alle Männer – bis hinauf zum Bundespräsidenten - verpflichtend festzuschreiben. Das wäre gesellschaftspolitisch ein Schritt vorwärts und auch die beste Maßnahme gegen den "gender-gap". Nur wenn Arbeitgeber einkalkulieren müssen, dass auch Väter automatisch in Karenz gehen, kann die strukturelle Benachteiligung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt entscheidend abgebaut werden.
Norman Wagner
Ökonom
Ich halte es für selbstverständlich, die Kinderbetreuung genau so wie alle anderen Aufgaben innerhalb einer Partnerschaft fair aufzuteilen. Aus meiner Sicht bedeutet das, dass ich genau soviel Zeit mit meinem Sohn verbringe wie meine Partnerin. Es bedeutet auch, dass wir uns bei Füttern, Wickeln, Baden, oder ins-Bett-bringen abwechseln und auch mal für einander einspringen, wenn einer von uns beiden einen schweren Tag in der Arbeit hatte und Zeit für sich braucht. Wir arbeiten derzeit beide halbtags und treffen uns zu Mittag zur "Übergabe", inkl. kurzer Lagebesprechung ("hat er schon gegessen?", "wann hat er geschlafen",...). Mein Arbeitgeber kommt mir bei der Elternteilzeit sehr entgegen und mir ist durchaus bewusst, dass das in anderen Betrieben nicht selbstverständlich ist. Umso mehr freut es mich, dass mein Sohn genauso gern Zeit mit mir verbringt wie mit seiner Mutter.
Michael Schulze
Angestellter
Ich will eine Beziehung mit Samuel, die über einen Guten-Morgen- bzw. Gute-Nacht-Kuss hinausgeht. Das braucht Zeit und ein Fundament, das ich in meiner viermonatigen Karenz gelegt habe. Jetzt bin ich, so wie meine Frau, in Elternteilzeit - die ich jedem empfehlen kann - und kann darauf aufbauen. Mein Verständnis für seine Bedürfnisse und Entwicklungsschritte ist definitiv größer geworden. Ebenso für alle Männer und Frauen, die Kinder rund um die Uhr betreuen. Mein Wunsch in Karenz zu gehen wurde in meinem beruflichen Umfeld unterstützt und auch der Wiedereinstieg nach vier Monaten war kein Problem.
Harald Huber
Angestellter

Der Hauptgrund, die Karenz in Anspruch zu nehmen, war für mich durchaus egoistisch, nämlich die unwiederbringliche Zeit, die man als Vater mit seinem Kind verbringen kann.

Es war wirklich überwältigend, welche emotionale Bindung dieses halbe Jahr zwischen meiner Tochter und mir hat wachsen lassen. Ich bin überzeugt, dass eine Erfahrung auf dieser Ebene nicht möglich gewesen wäre, wenn ich die Karenz nicht in Anspruch genommen hätte.

Für mich persönlich wird diese Zeit mit meiner Tochter jedenfalls für immer ein wichtiger Teil meines Lebens bleiben und ich hoffe und denke, dass dies auch auf meine Tochter zutrifft.

Rückblickend betrachtend muss ich zugeben, dass ich ziemlich locker an meinen neuen "Job" herangegangen bin. Ich musste jedoch gleich zu Beginn feststellen, dass auch hier organisatorische Fähigkeiten durchaus von großem Nutzen waren, denn die Anforderungen, die meine Tochter an mich stellte (und von ihrer Mutter gewohnt war auch erfüllt zu bekommen) waren beträchtlich.

Natürlich waren die Reaktionen in der Firma anfangs nicht besonders positiv. Da bis zu diesem Zeitpunkt die Väter das Angebot des "Vollzeitvaters" noch kaum in Anspruch genommen haben, wurde mein Ansuchen eher mit Unverständnis und Kopfschütteln bedacht. Direkte Ablehnung seitens der Vorgesetzten hat es jedoch nicht gegeben, und bei meiner Rückkehr in den Dienst hat es eigentlich nur mehr zustimmende Resonanz gegeben.

Jürgen Wutzlhofer
Politiker und Soziologe

Ich war in Karenz, weil ich es selbstverständlich finde, dass eine Partnerschaft ein gemeinsames Projekt ist. Das bedeutet, sich Dinge aufzuteilen. Unangenehmes wie Hausarbeit und Schönes wie die Zeit mit den Kindern. Dass ich diese Zeit hatte, macht mich heute noch sehr glücklich. Ich wünsche mir, dass alle Männer diese Erfahrung machen.

Natürlich hat es auch erstaunte oder missbilligende Reaktionen gegeben. Die werden aber durch das viele Positive mehr als aufgewogen: Für meine Familie, in der klar ist, dass man sich aufeinander verlassen kann. Für meinen Freundeskreis, in dem die Väterkarenz Schule gemacht hat. Für mein Berufsumfeld, in dem sicherlich für Einige deutlicher geworden ist, dass auch Männer, die sich um ihre Kinder kümmern, tolle Arbeit leisten. Und für mich, sowieso.

Michael Fitzka
Consultant & Projektmanager in der IT

Bei unserer Tochter hat meine Frau vorgeschlagen uns die Karenz aufzuteilen. Mir waren diese drei Monate so einprägend. Ich habe echt davon geträumt, beim zweiten Kind länger daheim zu bleiben. Als Jana dann ganz zu Anfang ihrer Schwangerschaft die Option auf ihren jetzigen Job bekommen hat, hab ich nimmer nachgelassen ihr zu versichern - ich kann das mit zwei Kindern! Heute sind wir eine Familie, wo jeder Elternteil den anderen voll ersetzen kann. Die Kinder akzeptieren Mama und Papa gleichermaßen. Gespannt bin ich, wie ich den Wiedereinstieg in den Beruf und die Verantwortung für die Kinder zeitgleich managen werde. Eines gilt jedenfalls, zuerst kommen Jana, Pauli und Max - darauf hab ich mich eingelassen.

Walter Reichel
Öffentlich Bediensteter

Die Karenz hatte für mich einen bedeutenden Mehrwert: Sie brachte mehr Nähe zu den Kindern, aber auch mehr Verständnis für die Mutter und ihre Leistungen. Der Gewinn der mit den Kindern verbrachten Zeit macht auch wett, dass die Karenz mit finanziellen Einbußen verbunden war. Die Begleitung der Kinder im Alltag hat mir aber auch gezeigt, welche wichtige Rolle Mütter bei der Kinderbetreuung haben und welchen Belastungen sie ausgesetzt sind. Die Entscheidung für die Karenz wurde von den Kolleginnen und Kollegen positiv aufgenommen. Der Wiedereinstieg war für mich mit keinerlei Schwierigkeiten am Arbeitsplatz verbunden.

Michael Kallinger
Vertragsbediensteter

Die Karenz ist eine gute Grundlage für eine enge Beziehung zu seinem Kind. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass jeder Vater ein paar Monate - oder länger - in Karenz geht.

Stanislav Horvat
Vertragsbediensteter, Jurist

Ich war von April 2007 bis zirka Mitte September 2007 in Karenz, um meine Tochter Julia zu betreuen. Es entsprach meinem Wunsch Familie zu leben und ich ergriff die Möglichkeit einer Väterkarenz mit großer Freude. Dadurch konnte ich auch meine Frau - sie ist Ärztin in Ausbildung - in ihrem beruflichen Fortkommen unterstützen. Gleichzeitig konnte ich aktiv an der Entwicklung meiner Tochter teilhaben und sie dem Alter entsprechend (im dritten Lebensjahr) in ihrer Eingewöhnungsphase in den Kindergarten begleiten.

Meine Kolleginnen und Kollegen, allen voran meine (Abteilungs-)Leiterin, haben mich vorbehaltlos unterstützt, sodass mir ein beruflicher Wiedereinstieg gelang.

Andreas Schieder
Andreas Schieder Portrait

Ich war von Oktober 1995 bis Oktober 1996 in Karenz. Für mich war das selbstverständlich, denn ein Kind großzuziehen ist eine gemeinsame Verantwortung. Außerdem war die Karenz eine wichtige Zeit für die Bindung zwischen meinem Sohn und mir.

Markus Wild
Grafiker

Als selbständiger Grafiker konnte ich schon immer recht frei über meine Zeit verfügen. Daher war es für mich klar, ein halbes Jahr lang einen guten Teil meines Tages unserem Sohn zu widmen. Und das ist auch so geblieben, obwohl die Karenzzeit schon wieder vorbei ist.

Dieter Pennerstorfer
Wirtschaftswissenschaftler

Ich war zwischen dem 10. und dem 18. Monat meiner Tochter Judith in Karenz. Die Zeit hat die Beziehung zu meiner Tochter intensiviert und das Verständnis zwischen meiner Partnerin und mir im Bezug auf die jeweilige Rolle (Lohnarbeit vs. Betreuung zu Hause) sehr verbessert. In unserem Bekanntenkreis sind einige Paare, die (relativ) gleichberechtigte Beziehungen geführt haben, nach der Geburt eines Kindes wieder in eine klassische Rollenaufteilung gekippt. Uns hat die geteilte Karenz geholfen, dies zu vermeiden. Meine Karenz wurde im beruflichen sowie privaten Umfeld sehr positiv aufgenommen.

Mischa Kirisits
Sozialarbeiter

Ich war zweimal jeweils 1,5 Jahre Vollzeit in Karenz und finde, das war eine Zeit, die mir meine Familie (Partnerin, Söhne) sehr, sehr nahe gebracht hat. Ich habe Realitäten (Hausarbeit, Kinderwehwehchen, Partnerin kommt von der Arbeit heim,...) kennen- und verstehen gelernt. Meine Partnerin und ich können dadurch ein Höchstmaß an Gleichberechtigung leben. ABER - und das ist der HAUPTPUNKT - ich hatte die Zeit meine Liebe zu meinen Söhnen so zu festigen, dass sie noch sehr vieles tragen wird können. Einen starken Platz im Herzen meiner Söhne habe ich durch die Karenz bekommen. Unser zweiter Sohn hat das Down-Syndrom. Gleich nach der Geburt musste er auf die Neonatologie in Glanzing. Seine Mama mit ihm. Unser Großer und ich waren zu Hause. In dieser (Krisen)zeit konnte ich mit "Leichtigkeit" für unseren Großen da sein. Der Alltag zu zweit war uns vertraut und ich war zwar kein vollwertiger (denn das ist man(n) nie;) aber ein guter Kuschelersatz für Mama. Das Band zwischen Müttern und Kindern ist von Natur aus vorhanden - das zwischen Kindern und Vätern muss Zeit haben zum Werden. Die Karenzzeit hilft dabei. Es war eine anstrengende, nervende, stolze, lustige, schrille aber vor allem schöne Zeit.

Ich wünsche mir eine dreimonatige Verpflichtung von Vätern in Karenz zu gehen!!

Werner
Rollentausch kaufmännischer Angestellter

Ich hatte relativ lange Zeit das Gefühl, als Vater noch nicht ganz angekommen zu sein. Durch die Vaterkarenz habe ich die Zeit bekommen, die ich dafür offenbar gebraucht habe. Die Beziehung, die mein Sohn und ich in dieser Zeit aufbauen konnten, ist jetzt dafür umso tiefer.

Mein Arbeitgeber war von meinem Schritt vor allem überrascht, Vaterkarenz kommt eben noch nicht allzu häufig vor. Problematisch war für ihn aber hauptsächlich die kurze Vorlaufzeit für die Suche einer Karenzvertretung. Ich konnte ihn erst vier Monate vor Karenzantritt informieren, da Väter vorher keinen Kündigungsschutz genießen.

Alexander Foggensteiner
Selbstständiger

Für Theodor und mich ist die Karenz eine besondere Zeit. Wir werden Wochen mit intensiven Routinen verbringen: Flascherl waschen, füttern und wickeln. Daneben werden wir Bubenerlebnisse haben: Spazieren im Wald, fahren mit dem Boot und uns dabei von älteren Damen bewundern lassen.

Für den Unternehmer in mir ist die Karenz eine Herausforderung: Sie bedeutet, das Unternehmen weiter zu führen und aber weniger Zeit im Betrieb zu verbringen. Es bedeutet Loszulassen. Ich sehe das als Chance für mich und die Mitarbeiterinnen. Sie können in dieser Zeit zeigen, was in ihnen steckt. Und ich kann wachsen.

Dietmar Hinterndorfer
Psychologe

Väterkarenz bedeutet für mich, Zeit und Alltag mit dem eigenen Kind zu verbringen, Mitverantwortung für das Aufwachsen/die Erziehung unseres Kindes zu tragen, den Alltag mit unserem Sohn erleben.

Diese Zeit hat auch Auswirkungen auf unser Familienleben wie z.B. eine ausgeglichenere Aufgabenverteilung sowie ein besseres Verständnis durch den verstärkten Einblick in den Alltag und in die Aufgaben der anderen Elternteilrolle.

Meine Entscheidung zur Inanspruchnahme der Karenz wurde von der Arbeitsstelle positiv unterstützt. Ich nehme auch die Möglichkeit einer geringfügigen Anstellung, um am Arbeitsplatz am Laufenden zu bleiben und den Draht zur Arbeitsstelle nicht zu verlieren, wahr.

Georg Ortner
Büroleiter

Bei meinem ersten Sohn Marios war ich neun Monate in Karenz.

Das war eine wichtige Zeit. Ich denke, dass man die Beziehung zu seinen Kindern so stärkt und auch krisenfest macht. Das lohnt sich. Außerdem ist es einfach auch schön, diese Zeit mit den Kindern zu haben.

Beruflich waren der Ausstieg aus dem Job und der Einstieg in die Karenz nicht einfach. Aber im Endeffekt hat es sich ausgezahlt.

Andreas Weikhart
Rechtsanwalt

Dass Väter Karenzzeit nehmen, sollte Selbstverständlichkeit sein. Die Politik hat dafür zu sorgen, dass dies für alle möglich und leistbar ist.

Vucko Schüchner
Vetragsbediensteter

Es war für mich immer klar: Wenn ich Kinder habe möchte ich auch möglichst viel Zeit mit Ihnen verbringen und meine Verantwortung als Vater ernst nehmen. Und es ist aus meiner Sicht selbstverständlich, dass man sich genau wie die Haushaltaufgaben auch die Aufgaben der Kindererziehung teilt. Deswegen haben wir gemeinsam bei beiden Kindern versucht dafür entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, um Kinderbetreuung, Erziehung und Alltagsgeschäft unter einen Hut zu bekommen. Karenz heißt ja nicht nur auf dem Spielplatz rumzukugeln, sondern auch viele Aufgaben zu erledigen, damit die Kleinen optimal heranwachsen können. Und da gehört halt mehr als auf Kinder aufpassen dazu und das bringt einen schon oft ins schwitzen

Ich habe aber die Zeit mit beiden unglaublich genossen und sie war eine wichtige Basis für unsere Beziehung zueinander. Wie Erwin Ringel schon sagte: Die ersten Jahre entscheiden. Ich konnte in dieser Zeit eine solide emotionale Grundlage für unser Miteinander aufbauen. Das ist schön, macht glücklich und erleichtert auch so manches im heutigen Alltag. Auf jeden Fall kann ich für mich sagen: Es war gut und wichtig in Karenz zu gehen – für mich und für die Kinder.

Josef Ostermayer
Bundesminister im Bundeskanzleramt; Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien

Für mich war es eine schöne und sehr wichtige Erfahrung. Ich war mit meiner Tochter zwischen September '92 und September '93 halbtags zu Hause. So konnte meine Frau als Lehrerin arbeiten. Es war für uns eine zeitliche Herausforderung, ich habe halbtags am Nachmittag gearbeitet. Ich habe es aber als so positiv empfunden, dass ich es vier Jahre später zwischen Mai '96 bis Mai '97 bei meinem Sohn wiederholt habe. Das jetzige einkommensabhängige Modell macht es für viele Eltern sicher einfacher.

Axel Petri-Preis
Pädagoge und Autor

Ich habe mich dazu entschlossen in Karenz zu gehen, weil ich viel Zeit mit meiner Tochter Amelie verbringen möchte. Meine Frau Barbara hat mich in diesem Entschluss unterstützt und bestärkt. Alleine die Erfahrungen aus meinem ersten Monat (ich habe die Karenz direkt nach dem Mutterschutz begonnen und bleibe 10 Monate zu Hause) waren überwältigend und werden mir für immer bleiben: der erste Laut, das erste Umdrehen, das erste Brabbeln, das erste Greifen ... bei all diesen Entwicklungsschritten hatte ich das Privileg, sie hautnah miterleben zu dürfen. Ich kann allen Vätern nur empfehlen, diese Möglichkeit zu nützen und wundervolle Zeit mit dem Kind zu verbringen.

Jochen Höfferer
Beamter

Echte Männer gehen in Karenz! Nein, ganz Normale gehen in Väterkarenz! Im März erwarten meine Frau und ich unser zweites Kind! Und nun stimmen die Rahmenbedingungen (Stichwort: Einkommensbezogenens Karenzgeld etc.), dass auch ich in Karenz gehen kann. Ich freue mich auf eine Zeit mit unseren zwei Kindern. Eine Zeit, die mich, aber auch die beide Kleinen prägen wird. Weil Zeit etwas Besonderes ist: Gönnen wir uns mehr davon. Eine Zeit, die mir niemand nehmen kann und jeder noch so große berufliche Erfolg auch nicht (wieder) geben kann. Also sind es durchaus egoistische Motive, die mich antreiben, aber eine Partnerschaft ist etwas Gemeinsames. Meine Frau möchte als AHS-Lehrerin ihre erste Klasse als Klassenvorstand zur Matura führen. Ein Wunsch, den ich sehr gut verstehe und den ich ihr durch die Väterkarenz leichter erfüllen kann. Die Stadt Salzburg als DienstgeberIn ermutigt seine Angestellten zu diesem, leider immer noch nicht selbstverständlichen Schritt und dafür möchte ich auch Danke sagen. Gespannt bin ich, wie ich den Wiedereinstieg in den Beruf und die Verantwortung für zwei Kinder zeitgleich managen werde.

Wolfgang Zuser
IT Führungskraft und Projektmanager

Ich wollte schon nach der Geburt unseres älteren Sohnes Jakob vor 10 Jahren in Karenz gehen, was leider aufgrund der familiären Situation (meine Frau studierte damals noch) nicht möglich war. Schon damals arbeitete ich aber bis zum Kindergartenalter nur Teilzeit und übernahm zumindest an mehreren Nachmittagen die Kinderbetreuung und die anfallenden Haushaltstätigkeiten. Während der anschließenden Zeit, als meine Frau und ich beide ganztätig berufstätig waren, verstand sich Halbe-Halbe im Haushalt sowieso von selbst. Nach der Geburt unserer Tochter Luisa war aber nun endlich der Zeitpunkt gekommen, den bereits langgehegten Plan auch Wirklichkeit werden zu lassen. Nachdem meine Frau das erste Karenzjahr übernommen hatte, bleibe ich nun das gesamte zweite Jahr zu Hause. Ich genieße die Zeit mit meinen Kindern und den persönlichen Freiraum, momentan mein eigener Chef zu sein, auch wenn das Ausmaß an (Haus)Arbeit jenes während der Berufstätigkeit sogar übersteigt. Ich würde jederzeit eine weitere Karenz antreten und kann jedem Vater empfehlen, diesen Schritt zu setzen. Jobangebote gibt es meistens viele, die Möglichkeit diese intensive und aufregende Zeit zu Hause zu verbringen, ist nur einmalig.

Gerald Murauer
Managing Director

Ich gehe in Karenz, weil es nichts Schöneres gibt, als Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Ich bin mir sicher, dass die viel gemeinsam verbrachte Zeit unsere Beziehung noch vertiefen wird. Als Führungskraft ist es nicht leicht, sich karenzieren zu lassen, aber erfreulicherweise hab ich einen Stellvertreter und einen verständnisvollen Arbeitgeber.